Kommunikationsguerilleros, Web-Designer, Street-Artisten, Bildende Künstler und Musiker brechen auf, um »Stadt« zu finden – »Stadt« im weitesten Sinne verstanden als Lebensraum und Handlungsort sozialer Gemeinschaft. Wo liegt »Stadt« heute? Ist dieser Ort der Begegnung, diese Organisationsform menschlichen Zusammenlebens vielleicht längst virtuell? Hacking the City will irritieren und stören, in verdeckten Ermittlungen und versteckten Aktionen den öffentlichen Raum neu erfinden und gestalten. Die widerständige, ja kriminelle Energie des Hackers wird hier kreativ genutzt bei dem Versuch, auf die Verletzlichkeit des öffentlichen Raums und die autoritären Regeln der Partizipation hinzuweisen. Wer »hackt« wen in der modernen Stadt?
Hacking the City
- Museum Folkwang
- Ausstellung // Corporate Design
Wie werden Formen öffentlichen Handelns, demokratischer Kultur und Praktiken des Widerstandes künstlerisch artikuliert? Wer „hackt“ eigentlich heute „wen“? Der aus der Computerpraxis stammende Begriff des „Hacking“ wird dabei als „kulturelles Hacking“ verstanden. Dazu gehört das „Adbusting“ – das Verfremden von Werbung – ebenso wie das Plagiat, das Hinzufügen und Entfernen, die Irritation und Störung, Formen der Performance und versteckte Aktionen. Ausgangspunkt für diese Strategie waren sowohl politische, soziale wie künstlerische Themen. Während in den 1990er Jahren zahlreiche erfolgreiche Hacker-Attacken die Verletzbarkeit ökonomischer und politischer Strukturen des Netzes und ihren Einfluss auf die Gesellschaft in den Vordergrund rückten, formiert sich heute ein zunehmender Diskurs über Sichtbarkeits- und Unsichtbarkeits-, Ankündigungs- und Verweigerungsstrategien. Hacking the City ist daher auch eine Geschichte über das Scheitern am und im öffentlichen Raum.
Hacking the City
Das Buch zur Ausstellung
Herausgegeben von Museum Folkwang und Sabine Maria Schmidt / 268 Seiten / gebunden / Steidl Verlag 2010
Künstler: Boran Burchhardt, Peter Bux, Brad Downey, San Keller, Knowbotic Research, Christin Lahr, M+M, !Mediengruppe Bitnik, Richard Reynolds, Jörg Steinmann, Michelle Teran, Stefanie Trojan, Annette Wehrmann, Georg Winter.
Das Projekt wurde von einem umfangreichen Programm begleitet, darunter Vorträge, Performances, ein Symposium und Workshops.
Hacking the City war Teil der mehrteiligen Ausstellung Mapping the Region der RuhrKunstMuseen und damit Teil des Programms der Kulturhauptstadt Europas RUHR. 2010.